Beiträge

Herzlich Willkommen auf unserer Website!

Usbekistan will das Aydar-Arnasay-Seensystem nachhaltig schützen

Aydar Lake, Uzbekistan; Author: DAVID HOLT; Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/
Das Aydar-Arnasay-Seensystem, das unter anderem den größten See Usbekistans umfasst, ist durch zunehmende Verschmutzung und einen sinkenden Pegel bedroht. Um dem zu begegnen, hat die usbekische Regierung eine Resolution unterzeichnet, die darauf abzielt, das Überleben des einst künstlich erschaffenen Seensystems zu garantieren.

Usbekistans größtes Seensystem ist zur Regierungssache geworden. Um die Zerstörung des künstlich erschaffenen Aydar-Arnasay-Seensystems zu verhindern, wurde am 26. März eine Resolution zum Schutz seiner Wasserressourcen beschlossen.
Das Aydar-Arnasay-Seensystems mit seiner Gesamtfläche von 4.000 Quadratkilometern umfasst den Aydarsee, den Tuzkonsee und den Arnasaysee. Das 1969 angelegte Seensystem leidet in den letzten Jahren unter instabilen Zuflussmengen und dem damit einhergehenden Verlust seines Volumens sowie unter fortschreitender Verschmutzung und Versalzung.

Maßnahmen zur Entwicklung
Neben der Resolution verabschiedete die Regierung einen Fahrplan für zusätzliche Maßnahmen, um das Management des Seensystems zu organisieren. Diese umfassen Untersuchungen zur effizienten Wassernutzung und zur Identifizierung möglicher Verschmutzungsquellen sowie die Schaffung von geschützten Wäldern und Rettungs-, Strand- und Erholungsgebieten rund um den See. Außerdem soll der Zufluss aus dem Shardara-Stausee in Kasachstan erhöht und eine biometrische Beobachtung und Messung des Pegels eingeführt werden.
Gleichzeitig sehen die Maßnahmen die Entwicklung der Fischerei im Seensystem durch „Aidar-Arnasay System of Lakes LLC“ vor – einem Unternehmen, das im Januar durch ein Präsidialdekret gegründet wurde. Wie das usbekische Nachrichtenportal UzDaily berichtet, besteht die Mission des Unternehmens darin, auf dem Gebiet des Seensystems im Hinblick auf die Wiederauffüllung der Stauseen eine intensive Fischzucht zu entwickeln. Die Regierung hat außerdem ein einjähriges Fischereimoratorium erlassen.
Um das touristische Potenzial des Seensystems zu entwickeln, wird außerdem vorgeschlagen, Gebiete zum Radfahren, Reiten und Wandern zu schaffen sowie den Ökotourismus zu fördern.

Der Senat schlägt Alarm
Bereits im Vorfeld hatte sich der usbekische Senat über den angeblich alarmierenden Zustand des Seensystems, fahrlässiges Management und die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch die Verschmutzung des Sees alarmiert gezeigt. Auch die Unsicherheit, ob das Seensystem noch in Zukunft Bestand haben werde, wurde vom Oberhaus des usbekischen Parlaments bemängelt.

Wie die Onlinezeitung Gazeta.uz berichtete, hatte am 16. Dezember 2021 Riskul Siddikov, stellvertretender Vorsitzender des Senatsausschusses für Agrarmanagement, Wasser und Ökologie, die Regierung gewarnt, das Becken könnte ein ähnliches Schicksal erleiden wie den zur Wüste gewordenen Aralsee.
Siddikov erklärte, der Rückgang des Wasserspiegels sei darauf zurückzuführen, dass zwischen 2013 und 2020 kein Süßwasser aus dem Shardara-Stausee in das Aydar-Arnasay-Seensystem eingeleitet wurde. Dadurch habe sich die Wassermenge um 37,7 Milliarden Kubikmeter verringert.

Ein bedrohtes Ökosystem
Tatsächlich sind die Probleme des Seensystems nicht neu. Bereits 2018 warnte Vadim Sokolov, Leiter der Agentur für die Umsetzung von Projekten des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees, vor mehreren Problemen im Zusammenhang mit unzureichenden Wasserressourcen. Er schätzte, dass 90 Prozent der Probleme des Landes mit Wasser zusammenhängen und dass verhindert werden müsse, dass das Aydar-Arnasay-Seensystem austrocknet und zur Wüste wird.
Das zwischen Syrdarja und Kysylkum gelegene Aydar-Arnasay-Seensystem ist das größte Wasserreservoir Usbekistans und Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus ist es für das Mikroklima der Region und die Entwicklung von Landwirtschaft und Fischzucht von Bedeutung.

Das Seensystem ist außerdem Durchreise- oder Winterquartier für mehr als 100 beobachtete Zugvogelarten. Der Salz- und Mineraliengehalt des Wassers, insbesondere in Dürrezeiten und infolge schlechten Wassermanagement, stellt eine Bedrohung für das Reservoir dar, weswegen nun die dringend notwendigen Rettungsmaßnahmen eingeleitet wurden.

Quelle: Indira Ramirez, Redakteurin für Novastan;
Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/ - Aydar Lake, Uzbekistan; Author: DAVID HOLT
Aus dem Französischen von Robin Roth;


Empfohlene LINKS:
Resolution: Usbekistan - Schutz für das Aydar-Arnasay-Seensystem (PDF)

WIKIPEDIA - Syrdarja | Kysylkum | AydarseeTuzkonsee | Aralsee | Shardara-Stausee
UZ-Daily.uz Aidar-Arnasay System of Lakes LLC
Central Asia Guide - AYDARKUL LAKE
CAWATERinfo
Arnasay
N RakhmatovThe concept of creating a new water management system in the region (PDF)

Weiterlesen
  1224 Aufrufe

ARALKUM - Sandstürme in Usbekistan - Renaturierungsprojekt am Aralsee

Schiffsfriedhof Muynak; Foto: Christian Grosse
Jedes Jahr werden in Usbekistan Tonnen von Sand, Staub und Salz über ein Territorium von mehr als 500 Quadratkilometern verteilt. Ursache ist die Aralkum-Wüste, die nach dem Austrocknen des Aralsees entstanden ist.

Usbekistan wird weiterhin von Sandstürmen heimgesucht. Laut eines im August 2021 veröffentlichten Berichts der Weltbank, der am 5. Februar vom usbekischen Nachrichtenportal Kun.uz aufgegriffen wurde, verursachen die Stürme Bodenerosion und verringern die Luftqualität.

Die Sandstürme kommen aus der Aralkum – der Wüste, die im Westen des Landes auf der Fläche des ausgetrockneten Aralsees entstanden ist. Die Wüste ist fast 38.000 Quadratkilometer groß und befindet sich hauptsächlich in der autonomen usbekischen Republik Karakalpakistan. Mit dem Verschwinden des Sees trägt der Wind nun Sand, Staub und Salz mit sich, was den Alltag der 1,8 Millionen Einwohner:innen der Region erschwert.

Laut Weltbank sind aus wirtschaftlicher Sicht weitere Folgen zu berücksichtigen. Sandstürme kosten die usbekische Regierung mehr als 44 Millionen US-Dollar (40 Millionen Euro) pro Jahr. Dies entspricht in etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Expert:innen der Weltbank zufolge würde Untätigkeit bei der Lösung dieses Problems allein bis 2041 844 Millionen US-Dollar (768,9 Millionen Euro) kosten.

Die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, aber auch auf die lokale Landwirtschaft werden im Durchschnitt auf 11,6 Millionen US-Dollar (10,5 Millionen Euro) pro Jahr geschätzt. Die Ausbreitung der Wüste setzt die usbekische Regierung unter Druck, nach neuen Lösungen zu suchen.

Eine Lösung: Renaturierungsprojekt durch Wiederaufforstung
Angesichts dieser Situation hat die Weltbank mehrere Initiativen vorgeschlagen. Demnach wäre es möglich, den Prozess der Desertifikation des Aralsees rückgängig zu machen, insbesondere mit einem Renaturierungsprojekt durch Wiederaufforstung. Die usbekischen Forscher:innen Natalya Akinchina und Azamat Azizov glauben, dass sie die lokale Umwelt sanieren können, indem sie einheimische Bäume, Sträucher und Gräser pflanzen, die gegen die Dürre und den hohen Salzgehalt des Bodens resistent sind.

Die usbekischen Behörden haben seit 2018 bereits 1,6 Millionen Hektar mit „besonderen Wüstenpflanzen“ bepflanzt, erklärt Eldor Aripov, Direktor des Instituts für strategische und interregionale Studien, gegenüber der usbekischen Onlinezeitung Gazeta.uz. Eine der bevorzugten Arten ist Saxaul, eine besonders widerstandsfähige Pflanze. Auch Kasachstan hat damit begonnen, Saxaul-Setzlinge anzubauen, um sie später auf den Boden des ehemaligen Aralsees zu verpflanzen.

Die Wiederherstellung der Landschaft am Grund des Aralsees könnte laut Weltbank zu einer erheblichen Verringerung der Luftverschmutzung führen und würde zu einer Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der lokalen Bevölkerung beitragen. Darüber hinaus würde das Projekt die Imkerei und andere grüne Agrarsektoren sowie den Ökotourismus in der Region fördern. Die Rückkehr des Aralsees ist jedoch ausgeschlossen.

Quelle: NOVASTAN.org; Côme Brunel, Redakteur für Novastanaus dem Französischen von Robin Roth
Titelbild: Schiffsfriedhof Muynak C. Grosse

Empfohlene LINKS:

WIKIPEDIAAralsee | Saxaul | Aralkum
THE WORLD BANK: In Search of a Desert Oasis: Innovative Projects Imagine a Promising Future for the Aral Sea and Central Asian Drylands
WORLD BANK GROUP: The Value of Landscape Restoration in Uzbekistan to Reduce Sand and Dust Storms from the Aral Seabed (PDF)

Beiträge USBEKISTAN-ONLINE
• Initiative GRÜNER ARALSEE - Pflanzen eines Waldes auf dem Aral Meeresboden
• Neue Hoffnung und Hilfe für die Aralsee-Region
• Global Disruptive Tech Challenge 2021: Wiederherstellung von Landschaften in der Aralseeregion
• Denk ich an Usbekistan – Denk ich an Karakalpakstan?

USBEKISTAN-MEDIATHEK • Aral Sea Area (Literatur)
USBEKISTAN-GALERIE • ARALSEEMOYNAK (Aralsee) | ARALKUM


Weiterlesen
  1581 Aufrufe

Blogskalender

Wait a minute, while we are rendering the calendar

Archive

Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Januar
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.